Horrorliteratur - Kritiken für Fans des Genres
Der Flüsterer im Dunkeln - H. P. Lovecraft
Klassischer und trotzdem staubfreier Horror - nicht nur für Fortgeschrittene

Als Albert N. Wilmarth, Professor an der Miskatonic Universität und Koryphäe auf dem Gebiet der Völkerkunde von mysteriösen Kreaturen erfährt, die in den weit entfernten Vermonter Bergen von einem Fluss angespült wurden, ist er genauso abgeneigt der Geschichte Glauben zu schenken, wie ich, als ich begann sie zu lesen.

Schnell jedoch entsteht durch die berückend wissenschaftliche Erzählweise, die vor allem von der Ich-Perspektive lebt ein Bericht, den man nicht mehr zu Seite legen kann.

Obwohl die Handlung zum Ende hin immer weniger nachvollziehbar wird, ist die vom Leser und von der Hauptperson geteilte Skepsis doch etwas, dass so mancher moderne Titel - wo meist ab einem gewissen Punkt verschiedenste Fakten einfach als gegeben festlegt werden - vermissen lässt.

Das die Geschichte bereits 1931 erschien merkt man ihr kaum an und so bietet sich hier ein ausgezeichneter Einstieg für jene, die einmal wissen wollen, wie im Horror alles begann.

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kamil, Donnerstag, 2. April 2009, 16:21
Lovecraft ist einfach genial was Horror angeht und war seiner Zeit weit voraus.

Was haben Sie dann an der Geschichte nicht verstanden?

undone, Samstag, 11. April 2009, 17:33
Es ist weniger das Verstehen als viel mehr die Kombination aus der Sprache der damaligen Zeit (zusammen mit der allgemeinen Weltanschauung zur Zeit in der Lovecrfat lebte) und dem, was Lovecraft schreibt.

Ich kann aber nur zustimmen: Lovecraft war seiner Zeit definitiv voraus.

Welches Werk hat Sie denn besonders beeindruckt? Ich würde gern versuchen eine breitere Leserschaft daran teilhaben zu lassen.

kamil, Freitag, 24. April 2009, 14:45
"Die Berge des Wahnsinns" ist für mich die Nummer eins. Dicht gefolgt von "Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath", obwohl man da schon Fan-Boy sein muss, damit die einem gefällt.

An Kurzgeschichten mag ich vorallem "Das Grauen von Dunwich" und "Der Außenseiter".

undone, Freitag, 24. April 2009, 18:35
'Die Berge des Wahnsinns' fand ich auch sehr gut. Es war eine der ersten Geschichten, die ich von Lovecraft gelesen habe und sie hat mich sofort überzeugt. Eine so ausgetüftelte "Vergangenheits-Vision" hätte ich aus dieser Zeit nicht erwartet. Ich versuche demnächst die Story vorzustellen.

Bei der 'Traumsuche' bin ich nicht sicher ob ich sie schon gelesen habe. Bei den vielen Kurzgeschichtensammlungen verliert man schnell den überblick...

Wenn Sie noch einen anderen Autor empfehlen möchten...

kamil, Montag, 11. Mai 2009, 23:52
Vergangenheits-Version ist so ne Sache. Wenn ich mich recht entsinne, war der Südpol noch nicht vollständig kartographiert als Lovecraft seine Geschichte schrieb. Für die damalige Zeit war es also fast Sience-Fiction.

Die Traumsuche ist auch eine längere Geschichte.

Wenns beim Cthulhu-Mythos bleiben soll, kann ich noch Derleth, Bloch uns Clark A. Smith empfehlen.

undone, Dienstag, 12. Mai 2009, 21:33
Ja gut, du hast schon recht mit dem südpol. Die Geschichte der Kartographie war mir für einen kurzen Moment entfallen...

Für die Vorschläge besten Dank. Bloch kommt mir aus Danse Macabre ziemlich bekannt vor. Hab aber von keinem der drei bisher was gelesen. Werd mal versuchen die entsprechenden Bücher aufzutreiben (wenn du vielleicht noch den einen oder anderen Titel hättest um mir etwas Arbeit zu ersparen...).

kamil, Dienstag, 12. Mai 2009, 22:11
Hier mal eine kurze Liste. Dürfte eigentlich alles sein, was du auf deutsch zu Cthulhu kriegen dürftest. Die Hohlbein Sachen kannste dir sparen, die taugen nix. Meine eigenen Bücher sind leider 500km nördlich von mir weg. Muss die mir mal nachsicken lassen, hätte nicht wenig Lust die nochmal zu lesen.

undone, Mittwoch, 27. Mai 2009, 19:53
Besten Dank! Habe gerade mit 'Feuerengel' von Robert Bloch angefangen. 'Die Rückkehr' war leider gerade vergriffen. Kommt aber demnächst dran.